ES-Spiegel - Das Magazin der Europa-Studien

Davon, was einen Studenten bewegt, ein Buch zu verfassen

Als ich im Januar dieses Jahres die Einladung zu einem Seminar namens ‚Teilhabe junger Menschen in der Kommune‘ erhielt, hörte ich das erste Mal von dem Kommunalpolitischen Forum Sachsen e.V. (KFS). Als ich ein wenig auf der Homepage des Vereins herumstöberte, fiel mir eine Publikation auf: Kommunale Asylpolitik – ein Leitfaden. Vor allem der Name des Autors ließ mich stutzen: Konrad Heinze? Ist das nicht ein Student der Politikwissenschaften an der Technischen Universität Chemnitz? Ich traf mich auf ein Gespräch mit ihm.

Anfang/Mitte des Jahres 2012 fing Konrad an, sich mit dem Themenkomplex Migration und Flucht auseinanderzusetzen: machte ein Praktikum bei der AG In- und Ausländer, wurde von der Linksjugend angefragt, Seminare zu diesem Themenkomplex zu geben, und begegnete 2013 dem Geschäftsführer des KFS Patrick Pritscha. Bei einem Gespräch stellte sich heraus, dass sich Konrad mit den Themen Flucht und Asyl auskennt, Patrick mit Kommunalpolitik. Es keimte die Idee auf, die beiden Themenkomplexe zusammenzubringen. Nach einem anfänglichen Austausch standen 2014 dann die ersten fertigen Artikel in der Vereinszeitschrift des KFS. Es folgten Vorträge, Seminare, Tagesseminare und schließlich längere Artikel – und im Jahr 2015 war es ein Buch.

Das Ergebnis: ein Buch!
Das Ergebnis: ein Buch!

Wie es eigentlich zu diesem Interesse an der Thematik Flucht und Asyl kam, kann Konrad selbst nicht mehr nachvollziehen. Er erinnert sich daran, dass 2013 der große Lampedusa-Vorfall war, an welchem er einen Missstand auf ganz vielen Ebenen ausmachte: auf der borniert rechtlichen, juristischen als auch auf der menschlich, ethischen Ebene – und nicht nur auf europäischer. Immer wieder setzt er an, möchte eine Erklärung geben, aber der eigentliche Auslöser?

„Das klingt profan, aber ich weiß nicht mehr, was der Auslöser war, irgendwann habe ich es einfach gemacht.“

Und was will das Buch? Konrads Idee war es, eine Art Kompendium zu schreiben: Angefangen bei Definitionen zu Migration und Flucht, über die Fragen nach den Regelungen auf der EU- und Bundesebene hin zu der konkreten Frage, wie Asylpolitik in den Kommunen funktioniert. Das Buch spiegelt quasi die Erfahrungen wider, die Konrad und Patrick bei ihren Vorträgen im letzten Jahr machten:

„Irgendwo läuft immer irgendetwas gut, aber nirgends so richtig alles. Und es gibt immer dieses eine Ding, was in der einen Kommune, in der einen Gemeinde besonders gut läuft und Beispiel für andere sein kann.“

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